Zwei Wochen Oman - Kontrastreicher kann ein Land nicht sein

By Fanni - April 26, 2018


   
Von Wüstenromantik pur über satte, fruchtbare Wadis hin zu kargen, felsigen Berglandschaften ist alles dabei!
Nach zwei tollen und beeindruckenden Tagen in Muscat, ging es am Vormittag Richtung Südosten in die Wahiba Wüste - auch Wahiba Sands genannt. Beeindruckende, gewaltige Dünen, kleine Beduinen-Dörfer und tolle Licht-Schatten-Spiele, Sand überall, der einem in jede Pore kriecht... und das von Weiß bis Rotbraun in allen Schattierungen. Die große Sandwüste ist ein Muss für alle Omanreisenden.
  

  
Treffpunkt war eine Tankstelle in Mintarib, an der wir von einem Geländewagen abgeholt wurden. Wir hätten mit Sicherheit auch selbst fahren können, denn wir hatten ja extra ein Allrad gemietet, waren aber froh, umgestiegen zu sein. So konnten wir uns zu 100% auf die Fahrt konzentrieren, die Aussicht genießen und die Kamele beobachten, denen wir begegnet sind, denn allein schon die Fahrt zu unserem Camp war ein Erlebnis. 
   

    
Das 1000 Nights Camp war ein Traum umgeben von gelbroten Dünen. Von Zelten mit eigenem gemauertem Bad ohne und mit Klimaanlage bis komplett gemauerten Unterkünften ist wohl für jeden was dabei. 
    

    

    
Der Empfang war sehr freundlich und wie immer standen Datteln und Tee bereit. Den Nachmittag haben wir dazu genutzt, durch die Anlage zu schlendern und uns zu orientieren, im Desert Ship Café, in Form eines Piratenschiffs, alkoholfreie Cocktails zu schlürfen und den Blick in die Ferne schweifen zu lassen, bevor wir auf unserer eigenen Terrasse nur noch entspannt haben. 
    

     

    

    
Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir die Dünen, direkt hinter unserem Zelt hoch gekraxelt und haben uns ein schönes Plätzchen gesucht haben. Der Aufstieg war gar nicht so leicht, da ich immer wieder eingesunken bin - Workout für die Beine also inklusive - und wir immer eine Düne weiter gelaufen sind, um den besten Platz zu bekommen. Irgendwann merkten wir aber, dass hinter der nächsten Düne, die nächste kam und das ewig so weiter gehen würde und ließen uns schließlich nieder. Der Blick gigantisch und das Licht... dieses Licht... *träum*. 
    

     

   

   
Nachdem die Sonne untergegangen war, kam ein leichter Wind auf, was uns eine kleine Idee davon gab, wie unangenehm sich ein Sandsturm anfühlen könnte. Schnell traten wir den Rückweg an, nicht zu Letzt getrieben durch einen knurrenden Magen. Im Restaurant wurden wir wieder sehr freundlich empfangen und zu unserem Tisch geleitet, an dem wir die Köstlichkeiten des arabische Buffets zu uns nahmen, während live Musik gespielt wurde.

Um halb sechs am nächsten Morgen klingelte der Wecker. Wir öffneten den Sonnenschutz vor dem Panoramafenster und warteten im Bett liegend auf den Sonnenaufgang. Eine herrliche Stimmung machte sich über die verschlafenen Dünen breit und die Wüstenromantik war perfekt.

Danach hieß es aufstehen, fertig machen und auf zum am Vortag gebuchten "dune baching". Eine Stunde lang über die Sanddünen schmettern, rauf und runter wie auf einer Achterbahn. Das macht so richtig Spaß und gute Laune! 
   

    

   
Aufgekratzt und hungrig ging es dann zum Frühstück. Für Sohnemann haben wir 15 Minuten Kamelreiten gebucht und die restliche Zeit bis zu unserer Abfahrt am Pool verbracht. Während der Rückfahrt zu unserem Wagen haben wir die Eindrücke Revue passieren lassen und uns unseren Tagträumen hingegeben.  
    

  

Die Wadis

Das Kontrastprogramm überhaupt bot sich uns, als wir auf unserer Weiterfahrt im Wadi Bani Khalid hielten. Kaum zu glauben, dass sich nur wenige Kilometer von der Sandwüste entfernt ein solch idyllischer Ort befindet. Ca. 15 Minuten Fußmarsch vom Parkplatz entfernt bietet sich einem ein wunderschönes Bild von natürlichen türkisblauen bis smaragdgrünen Pools umsäumt von Palmen und Schilf. 
    

    

   
Am rechten Rand führt ein Pfad weiter hinauf, an weitere Felsenpools vorbei, zu einem Wasserfall und einer Höhle. Achtung sehr rutschig, daher empfehle ich festes Schuhwerk. Wir haben uns aber nur bei den vorderen Pools aufgehalten und sind nicht den Pfad lang gelaufen, da sich Sohnemann mit Gipsarm nicht sicher hätte festhalten können. Aber auch weiter vorne, schwimmen mit prächtiger Kulisse inmitten von Fischen (die einen gerne anknabbern *lach*)... einfach nur traumhaft!
   

    

   
Zum Glück haben wir in den zwei Wochen noch weitere Wadis besucht, denn ich wollte nicht mehr weg. Die Wadis Tiwi und Shab befinden sich nicht einmal eine Stunde nördlich von Sur und könnten unterschiedlicher nicht sein. Während man durch das Wadi Tiwi mit dem Auto fahren kann, kommt man durch das Wadi Shab nur zu Fuß. Das Wadi Tiwi ist breit und auf der befestigten Straße gut befahrbar. Hier boten sich uns regelmäßig tolle Ausblicke auf Palmenhainen und kleine Ortschaften die sich an den Felsen schmiegen.
    


    
    

    
Die üppige Vegetation aus Palmen, Büschen, Mango-, Bananen- und Feigenbäumen bildet einen sehr interessanten Kontrast zu den schroffen Felsen. Am Ende steigt die Straße nochmal steil an und bietet einen fantastischen Blick von oben. An einem Ort (den Namen habe ich leider vergessen) wurden wir von einem Omani angesprochen und ein ganzes Stück zu einem herrlichen Naturwasser Pool geführt.
   
    

   
   
   

     
Um darin baden zu können, hätten wir die Felsen noch weiter runter klettern müssen. Aber auch da fühlte sich Sohnemann nicht ganz so sicher, sodass wir den herrlichen Blick von etwas weiter oben genossen haben. Der Omani schnappte sich kurzerhand das Handy von Sohnemann, schoss in einem Affenzahn die Felsen runter und machte ein paar Fotos des Wasserfalls für uns von unten.
  
    
Wer das Wadi Shab erkunden möchte, lässt das Auto auf dem Parkplatz unter der Autobahnbrücke stehen. Nicht erschrecken, eine Schönheit ist die Brücke nicht aber schnell vergessen, wenn man in das Wadi tritt. Gegen eine Gebühr wird man von Kanus zum anderen Ufer gefahren. Von dort sind wir über 45 Minuten durch Gärten und eine üppige Pflanzenwelt, an steilen, weißen Klippen versehen mit Spalten, Höhlen und mehreren kleinen Wasserfällen entlang gewandert. 
           
  
  
  
  

           
Durch die spektakuläre Schlucht schlängelt sich ein smaragdgrüner Bach der zum Teil ausgetrocknet war und kleinere Wasserbecken hinterließ. Hinter einem steileren Hügel kamen wir nassgeschwitzt an einen Pool mit glassklarem Wasser, in dem wir die wohlverdiente Abkühlung gefunden haben. 
   
   

     
Ca. 15 Minuten weiter, dem Wasserlauf folgend und durch weitere natürliche Pools schwimmend, zwischendurch auch mal kletternd, kamen wir zu einer versteckten Tropfsteinhöhle mit Wasserfall, die man durch einen sehr engen Spalt im Felsen erreichen kann. In der Höhle haben wir den mutigen Frauen aber hauptsächlich Männern zugesehen, die an einem Seil den Rand des Wasserfalls hoch geklettert sind, um von oben in das Becken zu springen. Schade, dass wir keine GoPro dabei hatten, denn es war eine herrlich, wundervoll idyllische "Schwimmstecke" und ein außergewöhnliches Erlebnis. Wer Wasserschuhe hat ist hier klar im Vorteil *zwinker*. Den Weg zurück haben wir mit nasser Kleidung angetreten, die bei der Hitze gekühlt hat und bis zum Auto schon wieder trocken war. Das Wadi Shab zählt zu den schönsten Wadis im Oman. Für mich war es definitiv magisch!
    
    
    
           

Die Berge

Und damit es nicht langweilig wird und weil uns ein Kontrastprogramm nicht gereicht hat *zwinker*, haben wir noch die Bergwelt unsicher gemacht. Eine beeindruckende, gigantische Bergwelt!
   



    
Angefangen haben wir mit dem Saiq Plateau am Jebel Akhdar "Grüner Berg", eine atemberaubende Kulisse mit spektakulärer Aussicht. Erreichen kann man es über eine gut ausgebaute und beschilderte aber sehr steile, kurvige Straße, die nur mit Allradantrieb befahren werden darf. Das wird auch an einem Checkpoint kontrolliert. Das Klima ist angenehm kühl im Sommer und die Gemüse- Obst und Damaszener-Rosenplantagen, die die Terrassenfelder überziehen, verleihen dem Berg wohl seinen Namen.
    

          

       
Leider waren wir 3-4 Wochen zu früh für die Blüte, die wunderschön und einen herrlichen Duft verbreiten soll. Dank einer kleinen, schon früher blühenden Rose, bekamen wir eine kleine Vorstellung davon. Die Terrassen werden durch das traditionelle Bewässerungssystem (Falaj), von dem ich total fasziniert war und immer noch bin, bewässert.
         
    

   

     
Kleine zum Teil idyllische Dörfer, wie Al Ayn unterstreichen die malerische Gebirgslandschaft. Etwas unterhalb des Plateaus befindet sich ein verlassenes Lehmdorf, dessen Ruinen sich an den Berg schmiegen. Zu sehen ist es schon vom Parkplatz aus, allerdings lohnt es sich, einen kleinen Spaziergang durch eine Obstplantage dorthin zu machen. 
            
   
      
     
             
Wer mehr Lehmhäuser sehen möchte, besucht die malerische Oase Birkat al Mouz, am Fuße des Plateaus. Sie besitzt alte Ortsteile aus Lehm, versteckt im Palmenhain aber auch oberhalb auf einem Felsen, von dem man einen schönen Blick auf die Oase hat.
      
    
     

       
Nach dem Jebel Akhdar stand der Jebel Shams "Berg der Sonne" auf dem Programm, der mit seinen knapp 3000 Metern der höchste Berg Omans ist. Eine beeindruckende Landschaft mit grandiosen Ausblicken! Überall Berge, Schluchten und eine spannende Straße, die mit Allrad befahren werden sollte, da ein Teil unbefestigt ist.
    
   

        
Das Plateau liegt oberhalb einer gewaltigen Schlucht, die durch das Wadi Ghul gebildet wurde und zu Recht häufig als Grand Canyon des Omans bezeichnet wird. Vom Plateau hatten wir viele fantastische Blicke ins Wadi Ghul und die Qual der Wahl, welches wir als erstes mittels Kamera festhalten möchten.
    
    
     

    
Direkt hinter dem eher notdürftigen Zaun am Aussichtspunkt (links oben im Bild) geht es so weit in die Tiefe hinunter, dass einem schwindelig werden könnte. Angesichts dieser gigantischen Kulisse fühlt man sich ziemlich klein und vieles kommt einem bedeutungslos vor. Hier muss man einfach die Größe und Schönheit der Natur anerkennen, inne halten und das grandiose Bergpanorama genießen.
    
    

     
Auf dem Rückweg Richtung Nizwa kommt das kleine malerische und noch sehr ursprüngliche Bergdorf Misfah al Abriyee, das als schönstes Dorf Omans gilt.
  
    

  
Vor dem Stadttor wird auf einem Hinweisschild um respektvolle und angemessene Kleidung gebeten, um die wenigen, noch verbliebenen Dorfbewohner nicht zu kränken (schade, dass dies notwendig zu sein scheint). Hinter dem Stadttor geht es nur noch zu Fuß weiter durch enge Gassen, vorbei an dicht nebeneinander gereihten Häusern aus Natursteinen und Lehm, die terrassenförmig am Berghang kleben.
   

    
         
            


    

    
Unterhalb der Häuser befinden sich die Gärten, die mittels kunstvoll angelegter Falaj-Kanäle bewässert werden. Von der Terrasse des Hotels Misfah Hospitality inn hat man einen tollen Blick! Dort haben wir uns auf landestypischen Sitzkissen von den vielen Eindrücken des Tages, bei einem Lime-Mint-Getränk erholt. Nichts löscht den Durst besser an heißen Tagen, und wir hatten nur heiße Tage!
   
       
        

    
Ui, jetzt habe ich euch aber zu getextet *schäm*. Aber es gibt sooo viel zu erzählen...  Nur gut, dass ich mich dazu entschieden habe, meinen Reisebericht zu unterteilen. Ich hoffe sehr, ihr bleibt am Ball und guckt bald wieder rein, wenn es wieder heißt: Zwei Wochen Oman...

Bis dahin genießt das Wetter,
eure Fanni 

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2 Kommentare

  1. Liebe Fanni,
    was für ein toller Reisebericht mit wunderschönen Fotos (gilt für beide Teile). Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.
    Bis dahin - vielleicht ganz bald - ...

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    1. Huhu, die Fortsetzung folgt bald, versprochen. Ich habe unzählige Fotos zu sortieren und bei dem herrlichen Wetter gestaltet sich das ein bißchen schwierig... Ich muss zugeben, dass ich dann doch eher draußen bin als am Rechner *Ascheaufmeinemhaupt* :-)

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