Zwei Wochen Oman – Die ersten Eindrücke in Muscat

By Fanni - April 15, 2018

Wie ihr ja wisst, war ein Ziel auf meiner travel bucket list der Oman. Letztes Jahr hätten wir es schon fast geschafft, um so glücklicher bin ich, dass wir in den zwei Osterferien-Wochen bei knapp 40°, blauem Himmel und Sonnenschein mit unserem gemieteten 4x4 durch Dörfer, Städte, Berge, Wüste und Wadis fahren durften. 
    



Aber fangen wir von vorne an... Warum der Oman? Wie kommt man denn dazu? Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen? Wo ist das überhaupt? Und weitere ähnlich gelagerte Fragen durfte sich hauptsächlich Göttergatte anhören. Einige äußerten auch Skepsis und Bedenken. Aber zur allgemeinen Beruhigung: der Oman ist ein friedliches und gemäßigtes Land, bietet eine hohe Reisesicherheit, seine Bewohner sind aufgeschlossen, neugierig, unaufdringlich, tolerant und sehr gastfreundlich. Im Oman erlebt ihr einen authentischen Orient – kein Dubai Verschnitt – mit richtigen Souks und ohne Prunkt. Reichtum wird hier nicht zur Schau gestellt, so kleiden sich die Omanis immer noch traditionell wie schon vor Jahrhunderten. Für uns also definitiv ein Reiseland.

Tja, und wie sind wir nun dazu gekommen? Eine Kollegin meines Mannes hat uns auf den Oman aufmerksam gemacht. An einem schönen, lauen Sommerabend auf unserer Terrasse, erzählten sie und ihr Mann uns begeistert von ihrer damaligen Reise. Dies machte uns erst nur ein bisschen neugierig, hatten wir doch schon viele andere Ziele auf unserer Liste. Einige Monate später erzählte mir mein Kollege von seiner Reiseplanung in den Oman. Da stieg die Neugierde in mir und als er dann voller Begeisterung zurückkam und den Wunsch äußerte nochmal hin zu fliegen, da eine Woche auf keinen Fall ausreiche, war es um mich geschehen. Dieses Land wollte ich unbedingt kennen lernen. Nach einiger Zeit ging es an die Planung und der Flug wurde gebucht.

Von Frankfurt am Main flogen wir mit Gulf Air über Bahrain. Sehr angenehme Flugzeiten mit kurzem Zwischenstopp. Schon die Ankunft in Muscat war sehr angenehm. Alle waren nett und hilfsbereit und das Flughafenpersonal gut organisiert. So dauerte es nicht lange, bis wir unseren Mietwagen übernommen hatten. Hier kamen wir das erste Mal mit Datteln und Tee in Kontakt. Was das auf sich hat erfahrt ihr zu einem späteren Zeitpunkt. 

Leider wurde dieser erste gute Eindruck dadurch getrübt, dass wir ewig gebraucht haben, unser Hotel zu finden. Dies lag wohl an der Unfähigkeit unsererseits, uns in der Nacht zu orientieren. Alle Autobahnschilder sind zwar zweisprachig (Arabisch und Englisch) aber da die Ortsnamen so dermaßen ungewohnt waren und zum Teil auch mal gerne unterschiedlich geschrieben werden, obwohl es sich um das gleiche handelt, haben wir uns immer wieder verheddert. Wir drehten uns eine ganze Weile im Kreis, immer mit einigen Km Abstand zum Flughafen, bis wir endlich merkten, dass wir in die falsche Richtung fuhren. Man, man, man und dann haben wir auch noch das falsche Hotel angepeilt *augenroll*. Die Rezeption war aber sehr hilfreich, druckte eine Karte aus und erklärte uns den Weg. Unser Apartment erreichten wir dann um 3 Uhr nachts Ortszeit, heißt Mitternacht in Deutschland. Viiiiiel zu spät für mich und so fiel ich gleich ins Bett und verabschiedete mich ins Land der Träume.

Die ersten zwei Tage im Oman sind wir entspannt angegangen und erkundeten Muscat. Angefangen haben wir mit dem Fischmarkt, vor dem man kostenlos parken kann, direkt am Anfang der Uferpromenade Corniche in Mutrah, einem Stadtteil von Muscat. Hier wird der frische Fang gehandelt, auf Wunsch der Käufer vor Ort filetiert oder in Salz eingelegt. Die Auswahl ist groß und der Markt gut besucht. 
    
    
Der Spaziergang an der Corniche entlang führte uns an der Royal Jacht vorbei, die wir anfangs gar nicht als solche identifiziert hatten. Zuerst dachten wir an ein Kreuzfahrtschiff aber dafür war sie dann doch zu klein. Allerdings um einiges größer als die Jachten, die wir bis jetzt auf unseren Reisen gesehen hatten. Ein Blick ins Internet ein paar Tage später, klärte uns aber auf: sie war es.
   

     
Bei fast 30° Temperaturunterschied zum Rhein-Main-Gebiet wurde uns schnell klar, dass wir Flüssigkeit zu uns nehmen mussten, viiiiiiel Flüssigkeit. Wir bestellten uns frisch gepresste Säfte und Frucht Smoothies, gönnten uns eine kleine Pause und beobachteten das Treiben an der Corniche. Der Souk war ein richtiges Highlight an dem Tag. Wir schlenderten durch die Gassen, umgeben von bunten Tüchern, Schals und mit Pailletten besetzten Taschen, schönen Schmucktücken, orientalischen Lampen und Shishas, Düfte von Weihrauch, Parfüm-Öl und Gewürzen. Ein guter Anfang für mein 1000 und eine Nacht Abenteuer... *hach seufz*. 
     
        
Unsere weiteren Erkundungen führten uns in die Altstadt von Muscat. 
   

   
    

    
Dort standen wir auf einmal vor dem Sultanspalast, der von zwei Forts flankiert wird. Bunt, mit schöner Außenanlage und wenigen Touristen wirkte er sehr verlassen. Der Grund hierfür ist wohl, dass der Sultan dort nicht mehr residiert, sondern nur hochrangige Staatsgäste empfängt. 
    

   

         

            
Am zweiten Tag besuchten wir als erstes die Grand Mosque (große Moschee), die Sultan Qaboos Moschee, dessen fünf Minaretten schon von weitem zu sehen sind. Es ist die größte im Oman und kann von nicht Muslimen täglich außer freitags von 8-11 Uhr besichtigt werden, adäquate Kleidung natürliche vorausgesetzt. Im Allgemeinen sollte man sich angemessen kleiden, denn trotz aller Toleranz befindet man sich in einem arabischen Land und sollte sich an die Gepflogenheiten des Landes anpassen. Das hätte man wohl dem einen oder anderen Aida-Touristen sagen sollen *kopfschüttel*, aber eigentlich gilt dieser Grundsatz ja überall anders auch, oder?! Jedenfalls empfiehlt es sich die Schultern und Knie bedeckt zu halten. Aber wo war ich? Ach ja, die Moschee... Diese Moschee ist der Innbegriff der Superlative. 
          

   
    
    
Beim Betreten des großen Raumes (der Männergebetshalle) kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Mit einem riesigen Lüster behängt mit zahlreichen Swarovski-Kristallen in der Kuppelmitte, weiteren „kleineren“ Kronleuchtern zur weiteren Beleuchtung, einem über 4.000 qm großen handgeknüpften Perserteppich, ein Meisterwerk der iranischen Knüpfkunst, der den gesamten Boden bedeckt, einer wunderschönen und reichen mit Kalligrafien und Arabesken verzierten Holzdecke (der wir später noch öfters begegnen werden), Fliesenmosaike, floralen Ornamenten und vieles mehr hat es mir die Sprache verschlagen. Und das will was heißen... *lach* 
 
   

          
     

         
          

            
           

           
Dagegen fällt der Frauengebetsraum trotz seiner Kronleuchter und reich verzierten handgeschnitzten Holztüren sehr bescheiden aus. 
       
        

    
Und Marmor soweit das Auge reicht. 
       

         
            
         

     
Von Superlative Nr. 1 ging es zur Superlative Nr. 2, der Royal Opera House. Ein wunderschönes Gebäude auf einem großen Gelände, auf dem sich auch die Opera Galleria befindet mit u.a. gehobenen Restaurants und Luxus-Geschäften. 
      

        


   

      
Auch das Interieur der Oper hat es uns angetan. Hier wurde, wie soll es anders sein, viel Marmor und Teakholz verbaut. Die Leuchter sind mit Swarovski-Kristallen behängt, die Orgel von einem reich verzierten Holzgehäuse eingefasst... 
    

  

    
  

      
Guckt euch nur diese Decke an!!! Wie wunderschön... ♥
            
   
Es können bis zu 1.100 Sitzplätze geschaffen werden.
      
   
     
Durch den schön angelegten Garten, der mich schon vom Auto aus angelacht hat, durften wir leider nicht spazieren. Schade, denn den hätte ich mir als Gartenliebhaberin sehr gerne angesehen.

 
  
Die Moschee und die Oper sind Gigantisch, oder?!?! Boah ich komme auch jetzt, während ich hier schreibe und die Fotos einstelle, aus dem Staunen nicht raus... Und wisst ihr, was das tolle ist? Ich entdecke so viele weitere schöne Dinge auf den Fotos, die ich vor Ort erstmal gar nicht wahr genommen hatte. So darf ich den Tag neu erleben... *freu*

Hm, und ich schreibe weiter oben noch „ohne Prunkt“ *an der Schläfe kratz*. Aber das war tatsächlich der einzige der uns in 14 Tagen begegnet ist. Und auf keinen Fall mit Dubai oder Abu Dhabi vergleichbar, wenn ich mir die Bilder in den Dokus so angucke.

Nach diesen zwei aufregenden und beeindruckenden Besichtigungen, durchgeschwitzt und k.o., ließen wir den Tag für unsere Verhältnisse eher ruhig ausklingen. Wir fuhren wenige Km Richtung Osten, am Jachthafen vorbei, besuchten das eine oder andere Fischerdorf, ließen uns treiben und saugten jeden noch so kleinen Eindruck auf. 
   

   

   


  
Zurück in Muscat am Strand von Qurum haben wir bei einer leckeren Mahlzeit die Aussicht und den Sonnenuntergang genossen.
    

    

Am nächsten Tag ging es in die Wüste aber dazu im nächsten Beitrag mehr. Also schaut wieder rein und bis dahin habt’s fein.
Eure Fanni

  • Share:

You Might Also Like

0 Kommentare